Museum

Das Museum existiert seit dem Jahr 2000. Es wurde vom Kulturverein Ladislaus unter Mithilfe der Gemeinde Bad Hofgastein ins Leben gerufen.

Das Haus

Das sogenannte Schinderhaus befindet sich inmitten des wunderschönen Grießparks neben dem Seniorenheim in Bad Hofgastein. Der Name Schinder-, Abdecker- oder Wasenmeisterhaus kommt daher, da in diesem Haus über Jahrhunderte der Schinder, also Tierkörperverwerter von Bad Hofgastein untergebracht war. Überhaupt weist das Haus eine äußerst bewegte und lange Geschichte auf. Die erste Baubewilligung am Ort des Schinderhauses wurde im Jahr 1583 erteilt, die Grundsubstanz des heutigen Baues geht auf das Jahr 1669 zurück und wurde mehrmals erweitert. Noch bevor das Haus errichtet wurde soll in der Nähe des Standortes die letzte Hexenverbrennung des Ortes stattgefunden haben.

Zu den vielen Bewohnern zählten nicht nur Abdecker, sondern zur Blütezeit des Gasteiner Bergbaues auch ein Bergknappe. Seit 1936 ist das Haus in Gemeindebesitz und war bis 2002 bewohnt. Die letzte Mieterin, Frau Reithsamer, teilte sich das Haus bereits mit der Technischen Sammlung die seit dem Jahr 2000 dort untergebracht ist und seit 2002 beide Stockwerke des Hauses füllt.

Die Sammlung

Der Grundstock der Sammlung wurde von Johann Breyer zusammengetragen. Hier eine von Johann Breyers Familie verfasste Biographie:

Mit der nachstehenden kurzen Biographie möchten wir -die Familie Breyer- unseren Vater, Johann Breyer, vorstellen.

Er wurde am 9.1.1927 als Sohn eines Elektrikers bei den Österreichischen Bundesbahnen und einer Weißnäherin in Bad Aussee geboren. Das Talent und die Leidenschaft zum Tüfteln wurden ihm schon in die Wiege gelegt. Sein Vater förderte dies von frühester Kindheit an und ließ ihn gewähren, wenn er technische Gegenstände jeglicher Art in seine Einzelbestandteile zerlegte und wieder zusammenbaute.

Nach der Schulzeit begann Johann Breyer eine Lehre als Elektriker. Sein Lehrmeister war so beeindruckt von seinem praktischen Geschick und seinem technischen Verständnis, dass er bereits nach dem 1. Lehrjahr selbständig arbeiten durfte und nicht die für die damalige Zeit normalen „niedrigen“ Arbeiten verrichten musste.

Im Alter von nur 17 Jahren wurde er zum Wehrdienst eingezogen und in den Krieg geschickt. Nach kurzer Gefangenschaft, aus der er fliehen konnte, setzte er in Vorarlberg seine Ausbildung fort. Während dieser Gesellenjahre fing er an, mit seinem Vater Radios zu basteln und zu verkaufen, um seiner mittlerweile gegründeten kleinen Familie ein besseres Auskommen zu ermöglichen. Mit 25 Jahren machte er seine Meisterprüfung und eröffnete anschließend sein erstes Elektrogeschäft in Fieberbrunn in Tirol.

25 Jahre später – zwischendurch war er als technischer Leiter bei einer Propangasfirma beschäftigt, für die er einige wichtige Erfindungen machte (unter anderem den Brenner für das olympische Feuer 1964 in Innsbruck) – gründete er sein 2. Geschäft in Innsbruck, Gas und Heizung. Z dieser Zeit, seine fünf Kinder waren inzwischen selbständig und in alle Richtungen „verstreut“, begann seine Sammelleidenschaft, der er sich sowohl finanziell als auch zeitmäßig voll widmen konnte. Auslöser war die Freundschaft zu einem seiner damaligen Kunden, der einen Trödlerladen besaß und ihm alte Radios anbot. Seine lange schlummernde Leidenschaft erblühte wieder zu vollem Leben. Er reparierte, restaurierte und stellte diese alten Stücke in seiner Firma aus. Das wiederum animierte weitere Kunden dazu, ihm auch anderen Trödel, der am Dachboden oder in den Kellern verstaubte, anzubieten. So kamen zu den Radios, Plattenspieler, Grammophone, Fotoausrüstungen, usw. dazu.

Bereits einige Jahre vor der Pensionierung spielte er mit dem Gedanken, ein Museum zu eröffnen, um auch andere Menschen für seine Sammlung zu interessieren. Leider ist es zu seinen Lebzeiten nicht mehr dazu gekommen, diesen Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Um so mehr freut sich heute seine Familie, dass der Wunsch von Hans Breyer mit diesem kleinen Museum in Erfüllung gegangen ist.

Familie Breyer

Nach der Eröffnung des Museums blieb der Umfang der Sammlung keineswegs gleich. Immer wieder fanden sich Spender und Leihgeber, die ihre wertvollen Stücke der Sammlung überließen um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf diese Art und Weise wächst die Technische Sammlung Breyer, wie zu Johann Breyers Lebzeiten ständig weiter.

Das Team

Die technische Sammlung Breyer wird seit ihrer Eröffnung vom Kustos Michael Lindebner betreut. Seit 2013 wird er dabei von Reinfried Haselsberger unterstützt.