Laterna Magica

Die Laterna Magica wurde um 1650 vom niederländischen Physiker Christian Huygens erfunden eine wissenschaftliche Darstellung stammt von Atanasius Kirchner in “ Ars magna lucis umbrae „ auf deutsch “ die große Kunst von Licht und Schatten “ daher wird der im Vatikan tätige Mönch oft auch als Erfinder der Zauberlaterne bezeichnet ( “ wer schreibt der bleibt !!“ ) ca. 200 Jahre vor Erfindung der Fotografie wurden die Bilder auf Glas gemalt . 1665 macht der dänische Showman und Mathematiker Rasmussen auf Reisen durch Europa die Laterna Magica unter diesem Namen bekannt.

Als Projektionsfläche diente oft eine von hinten angestrahlte Leinwand aber auch Rauch , Geisterdarstellungen wirkten so sicher gruselig daher wurde der Apparat auch als Schreckenslaterne bezeichnet es gab auch Überblendungen mit mehrstrahligen Geräten die Geisterbilder traten aber später in den Hintergrund. Geschichten, Märchen, religiöse und wissenschaftliche Themen wurden geboten es gab auch ein Verleihsystem ! Als Projektionsgerät war die Laterna Magica vom 17. bis ins 20. Jahrhundert als Massenmedium weit verbreitet ehe sie der Diaprojektor ablöste .

Die Technische Sammlung besitzt 4 Laternae Magicae mit originalen Bildern und Beschreibungen aus der Zeit um 1900. Eine Laterna Magica will ich genauer vorstellen sie hat leider kein Firmenzeichen wurde um 1900 aus gebleutem Stahlblech mit Messingteilen gefertigt. Der Lampenkasten mit originaler Petroleumlampe ist 180 mm hoch 109 mm breit 140 mm lang der Kamin ist 154 mm hoch. Die Optik ist für 40mm Bildstreifen gerichtet, der feststehende Teil hat eine Linse mit 37 mm, der verschiebbare Teil zum Scharfstellen hat 3 Linsen mit 25 mm Durchmesser. Bedingt durch das schwache Licht der Petroleumlampe musste man Projektionsabstand und Bild klein halten .

Special Effects sind keineswegs eine Erfindung Hollywood’s, nein auch auf Laternae Magicae wurden sie schon eingesetzt. Sehr aufwendig waren Bilder mit Getriebe hier eine Windmühle deren Flügel mit der Kurbel bewegt wird , es wurden auch kaleidoskopartige sehr bunte dreischichtige Bilder gemacht. Mit Schiebebildern konnte der Eindruck von Bewegung erzeugt werden.

 

Verpackt wurden die Bilder in der Anfangszeit in Holz mit Führungen für jedes Bild wie bei Dias, später in Karton, die Bildtafeln lagen geschichtet .

 

Hier eine kleine Auswahl an Laterna Magica – Bildern meistens sind vier Bilder auf einem Glasstreifen drei bis vier solche Tafeln bilden eine Geschichte . Für Reiseberichte  werden mehr Bilder verwendet .

Die hier gezeigten „ Reisebilder „ stammen aus der Zeit um 1900.

Reise durch die Schweiz:

 

Verschiedene Länder:

 

Hier noch eine Auswahl unterschiedlichster Bilderserien mit verschiedenen Motiven:

 

Ein interessanter Artikel befindet sich in der Bibliothek der Unterhaltung und des Wissens

Jahrgang 1898 siebenter Band Seite 230  unter neue Erfindungen :

Das Photographische Panorama . Der Erfinder der großen Panoramen oder Rundgemälde war Professor Breisig aus Danzig das erste im großen Maßstab hergestellte Panorama machte der Schotte Norbert Parker 1787 in Edinburg . Die Franzosen Pierre Prevost und Chr. Langlois bauten  um 1820 Gebäude mit 32 und 35 m Durchmesser in England wurde das 1829 überboten mit 38 m  Durchmesser  Paris zog nach mit 42m .

Originaltext :

Diese Panoramen sind dadurch sehr kostspielig , dass die ungeheure, nicht selten 1000 Quadratmeter messende Leinwand , von sehr tüchtigen und in diesem Fache wohlgeübten Künstlern bemalt werden muss . Neuerdings haben daher die Fortschritte der Photographie und Projektionskunst ( Vorführung von vergrößerten Abbildungen und Darstellungen aller Art mittels  einer verbesserten Laterna magica ) den Gedanken wachgerufen , die bemalte Leinwand durch eine weiße zu ersetzen , auf die man mittels eines für elektrisches Licht eingerichteten Projektionsapparates die vergrößerten Abbilder farbiger, auf Glas gemalter Photographien wirft. Der Projektionsapparat muss im Mittelpunkte eines solchen photographischen Panoramas , in das unsere erste Abbildung uns einen Blick werfen lässt , aufgehängt sein . Mit acht in dem Apparate ringsum nebeneinander gestellten Platten von je zehn Centimeter Länge kann man die ganze Oberfläche der aufgespannten Leinwand mit Spiegelbildern bedecken , die mit Leichtigkeit gewechselt werden können .

Der erste Versuch dieser Art wurde 1892 im Pariser Konservatorium der Künste und Gewerbe durch den Obersten Moessard un Herrn Molteni unternommen, welche auf einer im Halbkreise aufgespannten Leinwand die hälfte einer panoramischen Aufnahme mit hilfe von vier Projektionslaternen vorführten . Der Amerikaner Chase hat das Verfahren seitdem noch mehr vervollkommt , so dass die ganze ringsum aufgespannte Leinwand mit einer zusammenhängenden  Darstellung (Schlacht , Landschaft , u.s.w. bedeckt erscheint . Auf unserem Bilde ist ein Stück Wand weggenommen worden , damit in das Innere hineingesehen werden kann . Die Zuschauer stehen in einem solchen photographischen Panorama auf keiner Plattform mehr ,sondern können nach belieben in dem ganzen inneren Raume umhergehen . Oben von der Decke aber hängt eine Plattform von 2 1/2 Meter Durchmesser herab , in deren Mitte der Schausteller steht, welcher die elektrischen Projektionslaternen ( auf unserem Bilde ist nur eine einzige dargestellt ) aufstellt und  reguliert , die Platten einschiebt und so einstellt , dass auf der Leinwand keine Zwischenräume sichtbar werden .

Man denkt jetzt daran , durch Anwendung des Kinematographen ein solches Panorama noch interessanter und naturwahrer zu machen , und hofft, bis zur Pariser Weltausstellung von 1900 damit zu stande zu kommen . F.R.

Die Entwicklung der Technik war damals noch zu überblicken aber nicht minder Spannend !

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